Ich glaube, jeder hat seine eigene Berufsbrille: Irgendwann fallen dir Details auf, die andere nicht sehen. Bei mir ist es die Bewegung. Wie sich ein Mensch bewegt.
Gestern habe ich ein lockeres Basketballspiel gesehen. Keine Profis, nicht mal ambitionierte Amateure - einfach Leute, die Spaß haben. Als Kind habe ich Basketball geliebt: Wir haben ständig gespielt, Sticker von den Teams gesammelt, glänzende Michael-Jordan-Karten... gute Zeiten :)
Haltung und Körperposition
Das Erste, was mir auffiel, waren Haltung und Körperposition.
Gestreckte Beine, der Ball springt auf Ohrhöhe... Das ganze Spiel läuft „hoch“. In dieser Position ist der Ball leicht zu klauen, es gibt kaum explosive Bewegungen und keine schnellen Richtungswechsel. Das funktioniert, solange du dich sicher fühlst und dich nur umschaust.
Sobald du aber angreifst, ist dieser Luxus weg. Du spielst „tief“: Knie gebeugt, Schwerpunkt tiefer, Oberkörper beweglich. Du drückst die Feder zusammen, bereit zu explodieren. Du wirst schneller, stabiler und kannst in jede Richtung reagieren.
Was hat das mit Klettern zu tun?
Einer der häufigsten Fehler beim Klettern ist, die ganze Zeit „hoch“ spielen zu wollen: sich mit den Armen hochziehen, die Beine durchstrecken, sich verzweifelt nach dem nächsten Griff recken...
Aber die Feder ist schon ausgestreckt. Nichts drückt dich mehr nach oben. Du ziehst nur noch, verbrennst Unmengen an Energie, und die Bewegung wird schwer.
Gute Fußtechnik ist die Fähigkeit, die Feder im richtigen Moment zusammenzudrücken und zu lösen. Genau das heißt „tief“ spielen.
- Präzise Fußsetzung
- Schwerpunktverlagerung
- Druck in die richtige Richtung
Deine Beine sind das Fundament.
Je besser du deinen Schwerpunkt kontrollierst, desto weniger Energie verschwendest du und desto kraftvoller fühlt sich dein Klettern an.
Also... wie gut spielst du „tief“?
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