Einen guten Trainingsplan fürs Klettern bekam man früher auf zwei Arten. Als Tabelle, einmal geschrieben und dann eingefroren, während du dich weiter verändert hast. Oder von einem Trainer, der jede Woche deine Korrekturen einträgt, für rund zweihundert Dollar im Monat. Jetzt übernimmt eine App das Anpassen. Dasselbe Wissen, lebendig und endlich für alle erreichbar.
Der Spitzensport ist weit voraus. Hinter jedem starken Athleten steht ein ganzer Stab, dazu Dutzende Methoden und Geräte. Bei denen, die ganz normal klettern, ist davon fast nichts angekommen: zu kompliziert, zu teuer.
Ich stehe auf beiden Seiten: als Trainer, der selbst klettert, mit Zugang zu den Laboren und zu Leuten, die einfach klettern und Spaß daran haben wollen. Lange wollte ich nur eins: diese ganze Wissenschaft nehmen und einfach machen. Genau das ist unsere Klettertraining-App.
So weit sind wir bisher gekommen.
Für wen der Plan gedacht ist
Für wen es funktioniert
Es wäre gelogen zu behaupten, das Programm erstelle für jeden, auf jedem Level und für jedes Ziel einen perfekten Plan. Das tut es nicht.
Ich habe mich einmal hingesetzt und gezählt, wie viele Kombinationen man wirklich abdecken muss. Level, Ziel, Tage pro Woche, Ausrüstung zu Hause und in der Halle, Verletzungen, Erfahrung, Phase des Zyklus, Zeit pro Einheit. Multipliziert man das aus, sind es nicht Zehntausende Varianten, sondern Hunderttausende Profile. Und sobald die konkreten Übungen einer Einheit dazukommen, geht die Zahl in die Millionen.
Deshalb sage ich offen, für wen die App heute schon gut funktioniert:
- Dein Level liegt etwa zwischen V2 und V8 beim Bouldern (6A bis 7B Font) oder zwischen 5c und 7b bei Routen (5.9 bis 5.12b YDS)
- Du kletterst in der Halle, draußen, zu Hause oder überall - der Algorithmus plant mit der Ausrüstung, die du wirklich hast
- Du bist gerade nicht verletzt: Das Programm findet Schwachstellen und stärkt sie, ist aber nicht für die Reha nach Verletzungen gedacht
- Du trainierst mindestens zweimal pro Woche und willst besser werden
Für wen es nichts ist
- Wenn du gerade erst mit dem Klettern angefangen hast. In dieser Phase brauchst du zuerst einen echten Menschen, der dir von der Seite zusieht und deine Technik korrigiert. Alles andere ist zweitrangig. Ein Plan hilft hier vor allem dabei, nebenher die körperliche Basis aufzubauen.
- Wenn du schon bei V9 / 7c und darüber bist. Da zählen zu viele feine Details, und die lassen sich vorerst nur von Hand abdecken, im Einzelcoaching.
Wie ein Plan hilft
Disziplin und Konstanz.
Mit einem Plan fällt die tägliche Frage weg, ob du trainierst. Es gibt einen Zeitplan, du folgst ihm einfach. Und auf lange Sicht schlägt Konstanz Motivation. Aber es gibt ein Aber: Konstanz selbst lebt von Motivation, und beide bedingen sich gegenseitig, wie Henne und Ei.
Weniger Entscheidungen.
Du musst nicht jedes Mal überlegen, was du machst. Die Entscheidung ist schon getroffen, dein Kopf bleibt frei für die Einheit selbst.
Du lernst dich besser kennen.
Der Plan gibt dir Hinweise und bringt dir bei, deine eigene Belastung zu lesen: „hart, aber sinnvoll“ von „hart, jetzt ist Schluss“ zu unterscheiden.
Um die Progression kümmert sich der Plan.
Die Belastung steigt schrittweise und im richtigen Moment. Du trittst nicht monatelang auf der Stelle, und du überspringst keine Stufe.
Ausgleich statt nur Lieblingsübungen.
Die meisten trainieren, was ohnehin schon funktioniert. Ein Plan zwingt dich, an den Schwachstellen zu arbeiten: Antagonisten, Rumpf, Ausdauer.
Was drinsteckt
Vor den Details erst einmal das, was du tatsächlich öffnest: fünf Tabs. Today zeigt, was jetzt dran ist. Plan ist der ganze Zyklus im Kalender. Train ist die Einheit selbst, Satz für Satz. Coach ist der Chat. More enthält das Tagebuch, den Timer und die Bibliothek.

Die heutige Einheit, einen Fingertipp entfernt, und wie deine Woche läuft.

Deine Wochen im Kalender: was erledigt ist und was als Nächstes kommt.
Dein schwächstes Glied finden
Bevor der Plan irgendetwas festlegt, stellt er eine Frage: Was bremst dich wirklich?
Klettern ist keine einzelne Fähigkeit, sondern mehrere Systeme: Technik, Athletik, Fingerkraft, Kopf und Erholung. Ein Plateau heißt meistens, dass eines davon zurückgeblieben ist, während du weiter das trainiert hast, was du ohnehin schon gut kannst. Die Analyse findet dieses schwächste Glied, und der Plan ist darauf ausgelegt, es zu stärken. Genau daher kommt echter Fortschritt.
Ein Algorithmus, keine KI. Und warum
Gerade ist es Mode, jedem Produkt das Etikett KI aufzukleben. Wir tun das bewusst nicht.
Der Unterschied ist einfach. Ein neuronales Netz ist eine Blackbox. Es gibt dir eine Antwort, kann dir aber nicht sagen, warum genau diese. Und manchmal erfindet es mit voller Überzeugung Dinge, die es nicht gibt: eine Übung, die nicht existiert, eine gefährliche Progression, ein Gewicht aus dem Nichts. In einem Chat ist das lustig. Im Training, wo deine Finger und dein Rücken auf dem Spiel stehen, ist das inakzeptabel.
Ein Plan, den niemand erklären kann, ist kein Plan. Das ist Raten mit selbstsicherer Miene.
Ein Algorithmus ist das Gegenteil. Jede Übung steht aus einem Grund im Programm, und dieser Grund lässt sich in Worte fassen. Warum am Dienstag Finger und nicht Ausdauer. Warum die Belastung in Woche vier sinkt, statt zu steigen. Warum diese Übung und nicht die daneben. Hinter jeder Entscheidung steht Methode, nicht Wahrscheinlichkeit.
Das ist meine Logik, in Code gegossen. Du kannst sie sehen, du kannst sie prüfen. Liegt der Algorithmus irgendwo falsch, finde ich die Regel und korrigiere sie gezielt. Bei einer Blackbox geht das nicht.
Ich bin nicht gegen neuronale Netze. Sie haben ihre Stärken. Aber im Training: heute noch nicht.
Wo der Trainer ins Spiel kommt
Den Plan erstellt ein Algorithmus, und er ist offen, sobald du startest. Niemand hält ihn einen Tag lang zurück, um ihn freizugeben: Das Coaching steckt schon in den Regeln.
Dann trifft der Plan auf deine tatsächliche Woche. Passt etwas nicht, sagst du es dem KI-Trainer in der App. Er pausiert den Plan, verschiebt eine Einheit, macht eine Übung leichter oder schwerer, ersetzt sie durch eine Alternative, plant den Zyklus auf ein Datum hin neu. Er erfindet dein Training nicht, er passt das vorhandene Training in dein Leben ein.
Genau hier verläuft die Grenze aus dem letzten Abschnitt. Der Trainer redet und schlägt vor. Jede Änderung kommt als Karte, die du mit einem Fingertipp bestätigst, und der Algorithmus rechnet: welche Stufe leichter, welche Alternative, wie die Woche danach aussieht. Sprache ist die Aufgabe des Modells. Die Zahlen bleiben bei den Regeln.
Anpassung an jeden Tag
Dein Körper richtet sich nicht nach einem Zeitplan in einer Tabelle. An einem Tag hast du gut geschlafen und bist frisch, am nächsten hast du zu wenig Schlaf, brütest etwas aus, bist angespannt. Ein starrer Plan ignoriert das. Ein lebendiger nicht.
Vor einer Einheit schaut die App auf zwei Signale. Erstens: wie du dich gerade fühlst. Vier kurze Fragen zu Schlaf, Erholung, Stress außerhalb des Trainings und deinen Fingern. Zweitens: was deine letzten Einheiten mit deinem Körper gemacht haben. Sie verfolgt die Ermüdung einzeln für Finger, Ellbogen, Schultern und Rücken und zeigt auf dem Startbildschirm, wie erholt du bist. Daraus ergibt sich die Entscheidung für heute: wie geplant trainieren, den Umfang kürzen, locker bleiben oder die Finger heute in Ruhe lassen.
Das ist der Unterschied zwischen einem Zettel am Kühlschrank und einem Trainer, der dich vor der Einheit ansieht. Der Plan biegt sich nach dir, statt dass du am Plan zerbrichst.
Das Sprachtagebuch
Sätze und Wiederholungen zu erfassen kann jede App. Das ist Standard. Aber jedes Tagebuch hat noch eine zweite Seite: die Rückmeldung zwischen dir und deinem Trainer darüber, wie du dich wirklich fühlst.
Du sprichst einfach. Wie es lief, wie du dich fühlst, was gezwickt hat, was wie von selbst ging. So, wie du es einem Trainer auf dem Weg aus der Halle erzählen würdest.
Die Stimme hält fest, was in Zahlen verloren geht. „Die Schulter hat sich im dritten Satz gemeldet.“ „Fühl mich heute wie eine ausgepresste Zitrone.“ „Zum ersten Mal ohne Angst geklettert.“ Keine Spalte mit Wiederholungen wird dir das je zeigen.
Heute liest der KI-Trainer dein Tagebuch, bevor er antwortet. Es ist das lange Gedächtnis des Trainers: Was du vor drei Wochen über deine Schulter gesagt hast, ist noch da, wenn du nach dieser Woche fragst. Sagst du dem Trainer im Chat etwas, kann er die Notiz für dich im Tagebuch speichern.
Erinnerst du dich, dass ich einem neuronalen Netz nicht überlassen will, was mit deinem Körper passiert? Alles zu lesen, was du in einem Monat gesagt hast, und ein Muster zu erkennen, das du selbst nicht bemerkst - genau das ist seine Aufgabe. Gesprochene Sprache verstehen und auswerten gehört genau hierher.
Für uns ist das Sprachtagebuch kein Häkchen auf einer Funktionsliste. Es ist die Grundlage dafür, dass der Plan dich morgen wirklich hört.
Ein Plan auf ein Datum hin
Training läuft fast immer auf einen Zeitpunkt hinaus. Ein Klettertrip. Ein Wettkampf. Ein Projekt, das du vor dem Urlaub schaffen willst.
Die App plant das Programm von diesem Punkt aus rückwärts. Du sagst, wann du in Form sein musst, und sie legt den Zyklus so, dass der Peak auf genau diese Tage fällt, nicht irgendwann ungefähr. Base (Grundlage), Build (Aufbau), Taper (Entlastung), Peak (Höchstform) - alles an deinen Kalender gebunden, nicht an den Kalender im Allgemeinen.
Das Datum stellst du in den Planeinstellungen ein oder nennst es einfach dem Trainer, und der Zyklus wird ab deiner aktuellen Woche neu geplant.
Auf ein bestimmtes Datum hin zu trainieren und einfach zu trainieren sind zwei verschiedene Dinge. Ersteres bringt dich genau dann in Höchstform an den Fels, wenn es zählt.
Dein Dashboard
All das findest du an einem Ort, im Web und in der iPhone-App. Du öffnest es und siehst keine Textwüste. Du siehst die heutige Einheit. Was jetzt dran ist.
Daneben die ganze Woche, damit du den Rhythmus siehst: wo der harte Tag liegt, wo der leichte, wo der Ruhetag. Zu jeder Übung gibt es eine Beschreibung und ein Video, du musst also nicht raten, wie eine Bewegung geht. Für Intervalle gibt es einen eingebauten Timer, damit du die Sekunden nicht im Kopf zählen musst. Deine Sätze trägst du direkt dort ein - Gewicht, Wiederholungen, wie es sich anfühlte - mit einem Fingertipp. Und Belastungsdiagramme zeigen, wie Umfang und Intensität über den Block verlaufen.
Verschiebt sich deine Woche, ziehst du eine Einheit auf einen anderen Tag. Deine Werte stehen im Profil: Gewicht, maximale Klimmzüge, Klimmzug mit Zusatzgewicht, dein Wert am Hangboard, deine Grade, mit Verlauf, sodass du siehst, wie sie sich entwickeln.
Es ist dieselbe Tabelle, mit der ich vor Jahren angefangen habe. Nur zeichnet sie sich jetzt selbst.
Eine Bibliothek in Reichweite
Der Plan sagt dir, was du machst. Die Bibliothek sagt dir, wie.
In der App gibt es eine wachsende Sammlung von Technikübungen mit Video, einen Technik-Skilltree, fertige Programme wie einen Hangboard-Block oder eine Progression zum ersten Klimmzug und Artikel - Fußtechnik, Fingerpflege, Aufwärmen, die eigene Ermüdung lesen. Verlangt eine Einheit etwas Neues, ist die Anleitung einen Fingertipp entfernt und nicht irgendwo auf YouTube.
Wie es weitergeht
Ich tue nicht so, als wäre alles fertig. Wir stehen noch ziemlich am Anfang. Und ehrlich gesagt gefällt mir das. Der Anfang lässt immer Raum zum Wachsen, auch wenn du das Gefühl hast, schon angekommen zu sein.
Er hält dich auch offen. Für Neues und dafür, in Bewegung zu bleiben.
Evolve or die: entwickle dich weiter oder geh unter. Der Plan, dem du folgst, sollte es genauso halten.
Und wie trainierst du gerade: nach Plan oder nach Gefühl?
Du bist dir nicht sicher, ob das zu dir passt oder was dich wirklich bremst? Das Quiz klärt beides in wenigen Minuten.
Hol dir deinen persönlichen TrainingsplanDie App ist auf Englisch.



